FAQs

Welche Art von Projekte werden durch die SPHN Initiative gefördert?

Das SPHN fördert drei Arten von Projekten: 

  • Infrastructure implementation projects
  • Infrastructure development projects
  • Driver projects

 

Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite unter 'Förderung'.

Worin besteht der Mehrwert, Daten von Spitälern und Forschungsinstitutionen kompatibel zu machen?

Bis vor Kurzem wurden in Spitälern und öffentlichen Forschungsinstitutionen sehr unterschiedliche Arten von Daten erhoben. In Krankenhäusern werden in erster Linie Daten gesammelt, welche den Gesundheitszustand eines Patienten beschreiben (z.B. Alter, Gewicht, Körpertemperatur etc.). Im Gegensatz dazu werden in Forschungsinstitutionen vorwiegend molekulare Daten gesammelt (z.B. genetische Daten). Das Zusammenführen beider Arten von Daten ermöglicht es, den Zusammenhang zwischen genetischer Veranlagung einerseits und der Entstehung, dem Verlauf und der Beeinflussbarkeit von Krankheiten andererseits zu erkennen. 

Wer ist in die SPHN Initiative involviert?

In der Startphase der SPHN Initiative (2017-2020) stehen die fünf Universitätsspitäler (CHUV, HUG, Inselspital, USB, USZ), ihre entsprechenden Universitäten sowie die Hochschulen (Universitäten, ETH, FH) und das SIB Swiss Institute of Bioinformatics im Zentrum.

Hier gilt es insbesondere diverse Kompetenzen (z.B. klinische Bioinformatik), Methoden (z.B. Omics-Technologien) und Infrastrukturen (z.B. Biobanken) zu bündeln und gemeinsame Hierarchien für Omics-Daten und klinische Patientendaten zu schaffen. Dieser Prozess hat mit der Bildung der beiden Cluster Lausanne-Geneva-Bern (sogenanntes «Lac Leman Center for Personalized Health») sowie Zurich-Basel (Zusammenarbeit des “Kompetenzzentrum Personalisierte Medizin UZH/ETH (CC-PM)“ Zurich und der “Personalized Health Platform“ Basel) bereits begonnen. In der Startphase wird sich die SPHN-Initiative stark auf diese Cluster abstützen. Das unter dem SIB stehende Data Coordination Center (DCC) wird die Interoperabilität und den Austausch von klinischen und -omics Daten zwischen den diversen Partnern ermöglichen. 

Ebenso sind eine nationale Vernetzung der relevanten Akteure und der Einbezug von inhaltlich überlappenden Projekten wie zum Beispiel Swiss Clinical Trial Organization (SCTO), Swiss School of Public Health plus (SSPH+), Swiss Biobanking Platform (SBP) oder ein künftiges Human Biomonitoring/Cohort Project (HBCP) für den Erfolg der SPHN Initiative unabdingbar.

 

Wer finanziert die SPHN Initiative?

Die SPHN Initiative wird durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) finanziert. 

Weshalb benötigt es ein nationales Netzwerk für Personalisierte Medizin?

Damit medizinische Studien zu aussagekräftigen Resultaten führen, ist eine gewisse Menge an Daten erforderlich. Damit dieser Datenumfang in einem relativ kleinen Land wie der Schweiz erreicht werden kann, müssen die relevanten Akteure im Bereich der personalisierten Medizin ihre Kräfte bündeln und die Ressourcennutzung optimieren. 

Wird die SPHN Initiative zu einer Erhöhung der Kosten für unser Gesundheitssystem führen ?

Die Fortschritte in Personalisierter Medizin erlauben es Krankheiten früher zu diagnostizieren um darauf basierend individuelle, wirksamere Therapien mit weniger Nebenwirkungen einzuleiten. Die Ressourcen unseres Gesundheitssystems können somit kosteneffektiver als bisher verwaltet werden. 

Mehrere grössere Informatikprojekte der Bundesverwaltung sind in der Vergangenheit gescheitert - weshalb sollten wir abermals in ein solches Projekt investieren?

Das Ziel der SPHN Initiative besteht darin, bestehende Gesundheitsdaten auf nationaler Ebene zusammenzuführen und greift dabei auf bestehende Resourcen, wie z.B. Infrastrukturen, bestehende Plattformen, Organisationen etc. zurück. Das Projekt beginnt somit nicht ganz von vorne und zielt nicht darauf ab, eine neue, zentralisierte Datenbank zu entwickeln. Das Risiko des Scheiterns ist im Vergleich zu früheren Informatikprojekten deshalb kleiner. 

Wieso sollte ich meine Daten teilen?

Nach dem Motto "Gemeinsam sind wir stärker", leistet die Freigabe der Patientendaten einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Forschung und zur Entwicklung der zukünftigen Medizin und Gesundheitsversorgung. Je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto besser sind die Aussichten sinnvolle Analysen, aussagekräftige Schlussfolgerungen sowie präzise und zuverlässige Diagnosen machen zu können. 

Weshalb sollte ich als Patient meine Einwilligung zur Weiterverwendung meiner Personendaten geben bzw. die Einwilligungserklärung unterzeichnen?

Mit der Einwilligungserklärung leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur Förderung der medizinischen Forschung. Für Sie persönlich entsteht wahrscheinlich kein direkter Nutzen aus dieser Forschung, aber die Ergebnisse aus Forschungsprojekten können zu einem späteren Zeitpunkt eine verbesserte Behandlung oder den Schutz vor einer bestimmten Krankheit ermöglichen. 

Wer hat Zugang zu meinen Patientendaten?

Zu Ihren Patientendaten hat ausschliesslich das für Sie zuständige Gesundheitspersonal Zugang. Jegliche anderweitige Verwendung Ihrer Patientendaten erfordert Ihre Einwilligungserklärung. Sämtliche Forschungsprojekte, die Ihre Patientendaten verwenden möchten, müssen vorgängig durch die zuständige Ethikkommission genehmigt werden. 

Was geschieht mit meinen Patientendaten und wie werden sie weiterverwendet?

Falls Sie dem Generalkonsent zugestimmt haben, werden Ihre Daten verschlüsselt den Forschenden zur Weiterverwendung zur Verfügung gestellt. Alle Forschungsprojekte mit menschlichem biologischem Material, die direkt den Spender betreffen, müssen vorgängig durch die zuständige Ethikkommission genehmigt werden. Erst bei positivem Entscheid können Forscher Ihre Patientendaten mit den Daten von Tausenden, wenn nicht Millionen weiterer Patienten vergleichen. Das letztendliche Ziel besteht darin, signifikante Gemeinsamkeiten oder Unterschiede zwischen den Daten zu entdecken. 

Was versteht man unter "Weiterverwendung"

Man spricht von "Weiterverwendung" von Daten, wenn diese zu einem anderen Zweck verwendet werden als ursprünglich vorgesehen. Die Weiterverwendung von Daten erfordert die explizite Einwilligung des Patienten. 

Wo werden die Daten gespeichert, die innerhalb des SPHN ausgetauscht werden?

Patientendaten werden auf dem Server derjenigen Institution gespeichert, welche für den Patienten verantwortlich ist und die Daten gesammelt hat. Daten, welche im Rahmen eines Forschungsprojekts generiert werden, können verschlüsselter oder anonymisiert und temporär auf den Servern des SIB Swiss Bioinformatics Institute gespeichert werden. Nach Abschluss des Forschungsprojekts, wird die Datenkopie wieder gelöscht.

Wie werden Datenschutz und Vertraulichkeit gewährleistet?

Ausschliesslich das für Sie zuständige Gesundheitspersonal hat Zugang zu Patientendaten. Letzere liegen für Forschungszwecke ausserdem immer entweder verschlüsselt oder anonymisiert vor. 

Welche Rechte habe ich als Patient bezüglich meinen Daten?

Das Bundesgesetz über den Datenschutz sowie das Bundesgesetz über die Forschung am Menschen schützen die Rechte des Patienten hinsichtlich seiner Daten. Jede/Jeder Patientin/Patient hat das Recht zu entscheiden, was mit ihren/seinen Daten geschieht. Ein spezifisches SPHN Gremium, die ELSI Advisory Group beschäftigt sich mit Fragen, die in diesem Zusammenhang stehen. 

Wo finde ich die relevanten rechtlichen Grundlagen?

Mehr Informationen zu den rechtlichen Grundlagen finden Sie auf der Seite des Bundes:

§   Bundesgesetz über den Datenschutz
§   Humanforschungsgesetz

Auf der Webseite von Swissethics
• Über den Generalkonsent (http://www.swissethics.ch/index_f.html)

Auf der Webseite des Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten:
•  https://www.edoeb.admin.ch/datenschutz/00628/00629/00635/index.html?lang=de

Habe ich als Patient Zugang zu meinen Daten?

Ja. Laut Bundesgesetz über den Datenschutz (Artikel 8) kann jeder Patient beim zuständigen Arzt Auskunft über seine Patientendaten verlangen und diese vom Datenverantwortlichen einfordern.

Was geschieht, wenn ich meine Meinung ändere und meine Daten nicht mehr teilen möchte?

Wenn Sie sich zur Freigabe Ihrer Daten entscheiden, können Sie Ihren Entscheid jederzeit und ohne Begründung zurücknehmen. Es bedarf dazu lediglich einer schrifltichen Benachrichtigung der zuständigen Institution via Postweg. 

Führt die Personalisierte Medizin dazu, dass Krankenversicherungen Kunden aufgrund Ihrer Gesundheitsdaten zurückweisen können?

Patientendaten werden lediglich für Forschungszwecke zur Verfügung gestellt, welchen der Patient zugestimmt hat. In keinem Fall werden die erhobenen Daten verkauft oder an Dritte weitergegeben. 

Wie verlässlich sind die Resultate der Personalisierten Medizin?

Ansätze aus der Personalisierten Medizin haben in der Vergangenheit vielversprechende Resultate geliefert, insbesondere im Bereich der Krebsforschung. Nun gilt es, diese auch in anderen Therapiegebieten zu testen und anzuwenden. Eine absolute Verlässlichkeit kann bei Forschungsresultaten allerdings nie garantiert werden.

Verdrängt die Personalisierte Medizin die enge Beziehung zwischen behandelndem Arzt und dem Patienten?

Angesichts der kontinuierlichen Fortschritte entwickelt sich auch die medizinische Praxis ständig weiter. Die Arzt-Patientenbeziehung ist und war seit jeher ein zentrales Element der Medizin. Der Arzt verfügt heute jedoch über sehr viel mehr Patienteninformationen als bisher. Es liegt deshalb in seiner Verantwortung zu prüfen, welche Informationen relevant sind und wie sie für die Prävention, Diagnostik und Therapie sinnvoll eingesetzt werden können. Die Arzt-Patienten Beziehung hat deshalb auch im Zeitalter der Personalisierten Medizin einen hohen Stellenwert.